Der Euro eröffnet gegenüber dem USD bei 1,0772 (05:48 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0742 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 149,42 . In der Folge notiert EUR-JPY bei 160,96. EUR-CHF oszilliert bei 0,9418.

Märkte: Stabilität dominiert

An den internationalen Finanzmärkten dominiert Stabilität trotz der mannigfaltigen Risiken, ob seitens der Geopolitik, der US-Regionalbankenkrise, der US-Krise im "Commercial Real Estate", die in Teilen nach Deutschland in Bankenbilanzen "exportiert" wurde.

Kanzler Scholz reiste nach Washington und hält auf diversen Ebenen Konsultationen ab. Es geht um Geopolitik und Geowirtschaft. Sofern es Fakten gibt, werden Sie hier informiert.

Wirtschaftsminister Habeck hat es in Algerien geschafft, eine unverbindliche Kooperationszusage im Sektor Wasserstoff zu erhalten. Präsident Biden entkommt der Konsequenzen seines Rechtsbruchs wegen Veruntreuung von Regierungsunterlagen wegen begrenzter Erinnerungen.

Kommentar: Rechtsstaatlichkeit hat so seine Tücken, aber wohl auch Chancen. Vergessliche Regierungschefs und Präsidenten waren früher weniger "en vogue" als heute. Was sagt uns das?

Nachrichten aus Deutschland waren bezüglich der Wirtschafts- und Strukturlage wenig erbaulich. Laut Studie (Restrukturierungsindex) der Boston Consulting Group (BCG) stellen sich Unternehmen wesentlich öfter auf Restrukturierungen ein als in den vergangenen Jahren. Es hätte eine signifikante Verschlechterung der Lage in den vergangenen zwei Jahren bis Ende 2023 gegeben. Die Zahl der Niedriglohnjobs ist um 1,1 Millionen gesunken.

An der Datenfront gab es keine bedeutenden neuen Erkenntnisse.

Die Aktienmärkte zeigten sich in den letzten 24 Handelsstunden stabil. Der Late Dax konnte um 0,18% zulegen, der EuroStoxx 50 um 0,33%. In den USA war es ein zartes "Grün". Der S&P 500 nahm um 0,04%, der Dow Jones um 0,05% und der Citi US Tech 100 um 0,10% zu. In Fernost konnte der Nikkei (Japan) Stand 07:16 Uhr 0,23% gewinnen, der Sensex (Indien) 0,10%, der Kospi (Südkorea) 0,41% und der CSI 300 (China) 0,64%. Dagegen verlor der Hangseng (Hongkong) 0,83%.

An den Rentenmärkten kam es zu einer Zinsversteifung. 10-jährige Bundesanleihen rentieren aktuell mit 2,36% (Vortag 2,32% ), 10-jährige US-Staatsanleihen werfen 4,16% (Vortag 4,12% ) ab. Der USD mäandert gegenüber dem EUR, Gold und Silber in enger und bekannter Bandbreite.

Deutschland: Deutlich mehr Restrukturierungsfälle

Laut Studie (Restrukturierungsindex) der Boston Consulting Group (BCG) stellen sich Unternehmen wesentlich öfter auf Restrukturierungen ein als in den vergangenen Jahren.

Gründe dafür seien die gestiegenen Zinsen, der anhaltende Konflikt in der Ukraine sowie die dunklen Konjunkturperspektiven in diesem Jahr. Es hätte eine signifikante Verschlechterung der Lage in den vergangenen zwei Jahren bis Ende 2023 gegeben. In den letzten drei Quartalen hätte sich dieses hohe Niveau verfestigt. Restrukturierungsfälle seien in den nächsten Monaten vermehrt in den Bereichen Automobil, Chemie und Immobilien zu erwarten. Die Anfragen zur Restrukturierungsberatung nähmen zu, teilte BCG weiter mit. Der Kostendruck sei eine zentrale Herausforderung für alle Branchen.

Wegen der Nachteile bei den Produktionskosten würden die Unternehmen den Standort Deutschland immer stärker hinterfragen. Skaleneffekte würden immer wichtiger. In der Chemiebranche hätten bisher bei den Energiekosten vor allem Wettbewerber aus Amerika und dem arabischen Raum Preisvorteile gehabt. Inzwischen lägen aber auch die Energiekosten in China unter den deutschen Preisen. Die Volksrepublik sei damit nicht nur Absatzmarkt mehr, sondern werde zunehmend auch zum Wettbewerber.

Kommentar: BCG umschreibt zutreffend einige der Katalysatoren des Problems, BCG bleibt aber "politisch korrekt", da man seitens BCG auf die Verantwortlichkeit der diskretionären Politik der amtierenden Bundesregierung verzichtet (zu viele öffentliche Aufträge?). Der relative Vergleich der Entwicklungen in den anderen Ländern offenbart dieses Manko.

Als Fazit lässt sich ziehen, dass es einer massiven Neuausrichtung der Politik in Deutschland bedarf, um die an Tempo gewinnende Negativspirale zu durchbrechen.

Passierte das nicht, würde die Geschwindigkeit des wirtschaftlichen Verfalls als auch des Wohlstandsverfalls und damit korreliert des Verfalls der politischen Stabilität dynamisch zunehmen. Die Verantwortung für alles, was zukünftig passiert (Rahmendaten) liegt solitär in Berlin!

Deutschland: Zahl der Niedriglohnjobs um 1,1 Millionen gesunken

Der höhere Mindestlohn (10/2022 von 9,82 EUR auf 12,00 EUR) hat den Niedriglohnsektor schrumpfen lassen. 16% und damit knapp jeder sechste abhängig Beschäftigte sei im April 2023 in diesem Bereich tätig gewesen, so das Statistische Bundesamt. Damit lag der Verdienst von rund 6,4 Millionen Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle von 13,04 Euro brutto je Stunde (-1,1 Mio. ggü. April 2022).

Kommentar: Der Anstieg des Mindestlohns spielt mit Sicherheit eine bedeutende Rolle bei dem Rückgang der Beschäftigung. Es gibt jedoch weitere Katalysatoren. Der Abschwung der deutschen Wirtschaft spielt eine markante Rolle. So geben immer mehr Geschäfte im Einzelhandel auf. Gleiches gilt für Restaurants und Kneipen.

Tucker Carlsons Interview mit Präsident Putin

Tucker Carlson hat ein weitreichendes Interview (englisch) mit Russlands Präsident Putin geführt. Für Interessierte hier der Link.

Kommentar: Der geopolitische Eskalationsmodus der letzten Jahre erhöht ultimative Risiken für den Weltfrieden und Weltwirtschaft. Wer Eskalation vermeiden will, ist gefordert, Mittel der Deeskalation zu wählen. Dazu bedarf es der Kunst der Diplomatie. Voraussetzung für die Anwendung dieser Kunst ist, sich mit den Positionen der Gegenseite sachlich auseinanderzusetzen. Ob dieses Interview dazu einen Beitrag liefern kann, wird sich weisen. Dieser Kommentar steht im Einklang mit dem Friedensgebot des Grundgesetzes und der UN-Charta.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden

Eurozone: Versatz bei Verbraucherpreisen in den Niederlanden

Niederlande: Die Verbraucherpreise stiegen per Januar 2024 im Jahresvergleich um 3,2% nach zuvor 1,2%.

Schweden: Hauspreise im Jahresvergleich "nur" bei -1,0%

Die Hauspreise sanken per Januar im Jahresvergleich um 1% nach zuvor 0,0%.

Kommentar: Was für ein Unterschied zu Deutschland!

Russland: Leichter Rückgang der Reserven

Die Devisenreserven stellten sich per 2. Februar 2024 auf 586,4 Mrd. USD nach 587,8 Mrd. USD in der Vorwoche.

USA: Daten ohne neue Erkenntnisse

Die Arbeitslosenerstanträge verzeichneten per 3. Februar 2024 einen Rückgang auf 218.000 (Prognose 220.000) nach zuvor 227.000 (revidiert von 224.000). Die Lagerbestände im Großhandel nahmen per Dezember im Monatsvergleich um 0,4% (Prognose 0,4%, Vormonat 0,4%) zu. Der Absatz im Großhandel legte um 0,7% (Prognose 0,2%) nach zuvor -0,1% (revidiert von 0,0%) zu.

Derzeit ergibt sich für den EUR gegenüber dem USD eine positive Tendenz. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,0540 – 1,0570 negiert das für den EUR positive Szenario.

Viel Erfolg!

 

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